Erschaffung und Entwicklung unserer Welt


(Auszug aus dem Buch „Quellen des Lebens“ (2007) von Prof Dr. Dr. Walter Niesel,

 anlässlich seines 10. Todestages)

 

Die Frage der Menschheit nach dem Woher und Wohin ist uralt. Alle Religionen versuchen, diese Frage zu klären und haben unterschiedliche Modelle parat.

 

Unsere Wissenschaft ist heute fest davon überzeugt, dass sich unsere Welt aus sich heraus entwickelte. Welche Kräfte im Einzelnen hierbei  wirkten, ist umstritten. Ist der Zufall ums Dasein die einzige Kraft, die hierbei wirkt? Wir glauben, dass es Kräfte gibt, die über den Zufall hinaus bei der Entwicklung wirksam sind. Mit unserem derzeitigen wissenschaftlichen Weltbild sind diese Kräfte kaum zu erklären.

 

Vor dem Urknall gab es wahrscheinlich nur eine Art von Elementen im Kosmos. Wir bezeichnen diese Elemente, bei denen es sich vermutlich um Neutrinos handelt, als Urelemente. Neutrinos sind sehr kleine Teilchen, die in ungeheurer Menge vorhanden sind. Sie sind äußerst reaktionsträge und durchdringen daher praktisch ungehindert alle Materie.

 

Wenn wir annehmen, dass sich die Neutrinos gegenseitig anziehen, könnten sie das Substrat für den Urknall liefern:

Die in unendlicher Anzahl im Weltall vorhandenen Neutrinos ziehen sich gegenseitig an und verdichten sich. Irgendwann wird eine kritische Masse erreicht und die verdichteten Neutrinos explodieren wie eine Wasserstoffbombe, die auch bei einer kritischen Masse explodiert. Die Neutrinos fusionieren zu Clustern von Urelementen. Hierbei werden gigantische Energiemengen frei gesetzt, so dass sich die Explosion kugelförmig in den Raum ausbreiten kann.

 

Vielleicht ist dieser Prozess auch heute noch nicht abgeschlossen, so dass sich der Urknall auch jetzt noch in die Tiefen des Weltalls fortsetzt. Beim Urknall fand eine ähnliche Fusion statt wie bei einer Wasserstoffbombe. Bei der Wasserstoffbombe fusioniert Wasserstoff zu Helium. Hierbei wird Masse vernichtet und in Energie umgesetzt. Diese Energie unterhält die Explosion.

 

Eine ähnliche Explosion findet beim Ausbruch einer Supernova statt, auch hierbei sollen Neutrinos eine wesentliche Rolle spielen.

 

Wie ist die Welt unmittelbar nach dem Urknall beschaffen? Es gibt jetzt im Kosmos  ein ganzes Spektrum von Uratomclustern:

1er-Elemente, 2er-Elemente, 3er-Elemente,4er-Elemente,5er-Elemente u.s.w.

 

Bei dieser Explosion ist wahrscheinlich im 2er-System, das sich zu Materie entwickelte, Wasserstoff und vielleicht auch Helium entstanden. Schwere Elemente fehlen. Zum Aufbau aller Elemente des periodischen Systems waren ungeheure Energiemengen erforderlich, die wahrscheinlich durch Neutrinofusionen oder durch normale – und gut bekannte – Atomfusionen aufgebaut wurden und aufgebaut werden. Der Aufbau der materiellen Atome fing bereits beim Urknall an. Mit Hilfe der beim Urknall entstandenen physikalischen Kräfte wurden Wasserstoffatome aufgebaut. Die Energie hierfür lieferte der Urknall mit seiner Neutrinofusion. Die Wasserstoffatome zogen sich zu dichten Wolken – kalten Sternen – gegenseitig an, bis die kritische Masse erreicht war, die eine Fusionsreaktion zündete. Die Anziehungskräfte des Sterns verhinderten, dass die neuen Sterne wieder auseinander flogen. Die Sonne war geboren.

 

Die Energie der Sonne stammt aus den Fusionsreaktionen des Wasserstoffs. Wasserstoff wurde und wird zu Helium, Kohlenstoff und Sauerstoff aufgebaut. Für den Aufbau höherer Elemente reicht die Energie der Fusionsreaktion anscheinend nicht aus. Wenn der Wasserstoffvorrat der Sonnen erschöpft ist, kollabieren die Sterne. Sie werden zu weißen Zwergen. An dieser Stelle helfen die Neutrinos weiter (Berndorff und Brüggen). Wenn die Sterne genügend Masse besitzen –etwa die 8-fache Masse unserer Sonne – ziehen sie Neutrinos in großer Menge an. Dabei wird die kritische Masse der Neutrinofusionen zum zweiten Mal erreicht und der Stern explodiert zu einer Supernova. In der Atmosphäre der Supernova sind die Energien so hoch, dass jetzt auch Elemente höherer Ordnung – ja das ganze Spektrum des periodischen Systems – aufgebaut werden kann.

 

Damit sind jetzt die Grundbausteine vorhanden, aus denen sich Pflanzen, Tiere und Menschen entwickeln können. In diesem Sinne baut sich unser Körper aus Sternenstaub auf. Die materielle Entwicklung im Kosmos lief mit dem Aufbau von Planeten, der Ausbildung von Landschaften, der Entstehung von Wasser weiter. Damit sich biologische Systeme entwickeln können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

Es müssen einige Grundelement zur Verfügung stehen: z. B. Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Schwefel, Eisen; außerdem muss Wasser zu Verfügung stehen, und es müssen mäßige Temperaturen herrschen.

 

Diese Voraussetzungen waren auf unserer Erde schon vor Zigmillionen Jahren vorhanden. Die Entwicklung des biologischen Systems und seine Materialisation verliefen völlig anders als die Entwicklung der materiellen Welt. Sie baut auf den 3er-Strängen der Urelemente auf. Jedes 3er-Element entspricht einer Aminosäure, so dass ein Strang des energetischen biologischen Systems einem Eiweißkörper entspricht, der sich aus einer Reihe von Aminosäuren zusammensetzt. Die Entwicklung begann vermutlich in einer Ursuppe, die die erforderlichen Aminosäuren enthielt. Diese Stränge konnten sich vermehren, wenn in der Ursuppe die erforderlichen Aminosäuren vorhanden waren. Die Stränge können mutieren, sich anpassen und ihre Informationen unmittelbar weitergeben. Diese Art von Lebewesen stirbt nicht . Fortpflanzung ohne Tod findet auch heute noch bei Pflanzen und Tieren statt - etwa bei der Aufzucht von Pflanzen aus Stecklingen oder bei der Fortpflanzung von Blattläusen durch Jungfernzeugung. Einen wesentlichen Fortschritt bei der Entwicklung von Pflanzen und Tieren brachte die geschlechtliche Fortpflanzung. Durch das Mischen des Erbgutes von Mann und Frau entstand eine neue Qualität der Entwicklung. Der Mensch begann sich zu entwickeln und auszubreiten.

 

Wissen – Glauben

 

Wissen und Glauben stehen sich als anscheinend unvereinbare Systeme gegenüber. Die Systeme bekämpfen sich seit Jahrhunderten. Das System des Wissens ist aus diesem Kampf zunächst als Sieger hervorgegangen. Gegenkräfte sind jedoch am Werk und vielleicht wird es Jahrzehnte dauern, bis ein Gleichgewicht zwischen den Systemen erreicht wird.

 

Ich bin der Meinung (Prof. Niesel), dass die Systeme nebeneinander existieren können, dass der Glaube durch die Wissenschaft untersucht werden kann und dass der Glaube durch die Ergebnisse der Wissenschaft gewinnen kann.

 

Ich sehe eine Reihe von Ursachen für das „Nichtverstehen“ zwischen Wissen und Glauben:

Fundamentalisten beider Seiten stehen einander gegenüber und bekämpfen sich manchmal bis aufs Messer, vor allem, wenn die fundamentalistischen Vertreter der Systeme behaupten, sie wären die allein selig machenden Systeme.

 

Der wissenschaftliche Fundamentalist ist rational, wissenschaftlich orientiert, für ihn existiert nur die reale Welt, die er sehen und anfassen kann, die sich wissenschaftlich untersuchen lässt. Die Welt des Glaubens ist für ihn reine Illusion.

 

Der gläubige Fundamentalist denkt genau umgekehrt, für ihn ist die geistige Welt Realität. Die materielle Welt ist reine Illusion.

 

Es ist nicht klar definiert, was Glaube bedeutet, so dass sich jeder etwas anderes darunter vorstellen kann.